Verkaufen in Frankreich
Frankreich liegt vor der Haustür und wirkt vertraut, belohnt aber nur Unternehmen, die es als eigenen Markt behandeln. Hier ist unser Praxisleitfaden, geschrieben von einem französischen Team, das deutsche Unternehmen täglich beim Markteintritt in Frankreich begleitet.
- 68,6 Mio.Einwohner in FrankreichInsee, 1.1.2025
- 175,3 Mrd. €Online-Umsatz 2024Fevad
- 116,2 Mrd. €deutsche Exporte nach Frankreich 2024Destatis
- ≈ 90 %der Suchanfragen laufen über GoogleStatCounter
Der Markt
Deutschland und Frankreich: Partner Nummer eins in der EU
Frankreich ist Deutschlands wichtigster Handelspartner in der EU und das zweitgrößte Abnehmerland deutscher Exporte weltweit, nach den USA. 2024 exportierte Deutschland Waren im Wert von 116,2 Milliarden Euro nach Frankreich und importierte von dort Waren für 67,6 Milliarden Euro. Von 1975 bis 2014 war Frankreich sogar durchgehend Deutschlands wichtigster Handelspartner überhaupt.
Trotz dieser Nähe scheitern viele deutsche Websites in Frankreich: wörtlich übersetzte Texte, deutsche Gründlichkeit ohne französischen Ton, fehlende Mentions légales. Der Export nach Frankreich gelingt denen, die ihre Präsenz für Frankreich aufbauen und nicht nur übersetzen.
Die Käufer
So kaufen Franzosen ein
- SprachbewusstEin holpriger Satz oder ein Text, der „nach Übersetzung klingt“, reicht, um Vertrauen zu verlieren.
- VorsichtigVergleicht, liest Bewertungen und prüft die Mentions légales, bevor gekauft oder angefragt wird.
- Förmlich im B2BMan siezt, Titel zählen, E-Mails folgen festen Höflichkeitsformeln, oft förmlicher als in Deutschland.
- TreuEinmal überzeugt, bleiben französische Kunden ihrem Lieferanten oft viele Jahre treu.
Wie unterschiedlich ticken deutsche und französische Unternehmen? Lesen Sie unseren Artikel über Unterschiede im Geschäftsleben zwischen Deutschland und Frankreich.
Die Regionen
Ein Land, viele Frankreichs
Paris ist nicht Frankreich. Jede Region hat ihre Gerichte, Wörter, ihren Akzent und ihre Kaufgewohnheiten, und Franzosen suchen mit ihren eigenen Wörtern. Deshalb recherchieren wir Keywords Region für Region, wenn Ihr Markt regional ist.
Paris & Île-de-France
Jambon-beurre, Mittagessen im Bistro, Terrassen das ganze Jahr.
Schnell, direkt, voller Slang und Verlan (rückwärts gesprochene Wörter).
Konzernzentralen und Entscheider: Hier entsteht fast ein Drittel des französischen BIP.
Nationale Keywords, aber harte Konkurrenz: Setzen Sie auf präzise Suchanfragen mit Kaufabsicht.
Hauts-de-France
Moules-frites, Maroilles-Käse und der „Welsh“ mit Käse und Bier.
Der Ch’ti-Akzent; ein Wischlappen heißt „wassingue“.
Logistikdrehscheibe zwischen Paris, London und Brüssel, stark belgisch geprägt.
Grenzüberschreitende Suchen: Viele Käufer vergleichen französische und belgische Angebote.
Elsass & Grand Est
Choucroute, Flammkuchen und Brezeln.
Elsässisch und deutsch klingende Namen; viele Einheimische sprechen Deutsch.
Sitz des Europäischen Parlaments, mit einem historisch gewachsenen Lokalrecht.
Die natürliche Brücke für deutsche Unternehmen: Hier können zweisprachige Seiten funktionieren.
Bretagne
Galettes, Crêpes, Cidre und Kouign-amann.
Bretonische Ortsnamen und ausgeprägter Regionalstolz.
Lebensmittelindustrie, Cybersecurity und ein „Made in Bretagne“-Reflex.
Regionale Labels und lokale Bezüge schaffen schnell Vertrauen.
Lyon & die Alpen
Bouchons lyonnais, Quenelles; Raclette, Fondue und Tartiflette in den Alpen.
Ein Kind ist in Lyon ein „gone“; der Wischlappen wird zur „panosse“.
Frankreichs zweitstärkste Wirtschaftsregion: Industrie, Pharma, Wintersport.
Starke B2B-Nachfrage: Technische Seiten in muttersprachlichem Französisch machen den Unterschied.
Provence & Côte d’Azur
Bouillabaisse, Aïoli, Pastis und Socca in Nizza.
Der singende Südakzent: „peuchère“, „fada“.
Hafen, Tourismus und ein wärmerer, persönlicherer Geschäftsstil.
Saisonale Spitzen: Sommerkampagnen im Frühjahr vorbereiten.
Der Südwesten
Cassoulet, Canelés, Ente und Wein.
Hier heißt es „chocolatine“, nicht „pain au chocolat“, und eine Tüte ist eine „poche“.
Luftfahrt in Toulouse, Wein in Bordeaux, Rugby überall.
Regionale Wörter verändern die Keywords: Testen Sie beide Formen, bevor Sie sich entscheiden.
Normandie
Camembert, Cidre, Calvados und fast überall Butter oder Sahne.
Das berühmte ‚p’têt ben qu’oui‘ (vielleicht ja, vielleicht nein): Normannen legen sich ungern sofort fest.
Die Häfen von Le Havre und Rouen, Energie und Lebensmittelindustrie, eine Stunde von Paris.
Vorsichtige Käufer: Ausführliche Produktseiten und klare Preise schaffen Vertrauen.
Nantes & die Atlantikküste
LU-Butterkekse (aus Nantes), Muscadet, Rillettes aus Le Mans.
Nah am Standardfranzösisch; in Nantes wird noch diskutiert, ob die Stadt zur Bretagne gehört.
Schiffbau in Saint-Nazaire, Luftfahrt und eine lebendige Start-up-Szene in Nantes.
Lokale Referenzen und Fallstudien wirken in dieser stolzen Region besonders gut.
Das Loiretal
Tarte Tatin, Ziegenkäse und Loire-Weine.
In der Touraine soll das ‚reinste‘ Französisch gesprochen werden.
Pharma und das Kosmetik-Cluster ‚Cosmetic Valley‘, Landwirtschaft und Schlössertourismus.
Neutrales Französisch funktioniert hier gut: ein guter Testmarkt für nationale Kampagnen.
Burgund & Franche-Comté
Bœuf bourguignon, Dijon-Senf, Comté und Weinbergschnecken.
Auf dem Land hört man noch das gerollte ‚r‘.
Wein, Lebensmittel und Präzisionsindustrie, von Burgunds Weinbergen bis zu den Uhrmachern im Jura.
Herkunft zählt: Zeigen Sie, wo und wie Ihre Produkte hergestellt werden.
Korsika
Figatellu, Brocciu-Käse und Kastanienmehl.
Korsisch, nah am Toskanischen, wird in der Schule unterrichtet; die Ortsschilder sind zweisprachig.
Tourismus, stark saisonal, und eine klare Vorliebe für lokale Anbieter.
Die Suchanfragen steigen vor dem Sommer: im Frühjahr veröffentlichen und werben.
Fahren Sie über eine Region oder tippen Sie darauf, um ihre größte Stadt und Einwohnerzahl zu sehen.
Wörter
Sprechen wie die Einheimischen
Das Recht
Was das französische Recht von Ihrer Website verlangt
- Loi Toubon (1994)Werbung, Produktbeschreibungen, Anleitungen und Verbraucherverträge müssen auf Französisch sein.
- Mentions légalesDas französische Pendant zum Impressum: Anbieter, Adresse, Registernummer, Hoster.
- CGV (AGB)Pflicht beim Verkauf an Verbraucher, inklusive 14-tägigem Widerrufsrecht.
- CookiesDie CNIL ist bei der Einwilligung streng: kein Tracking vor der Zustimmung.
- Zahlungsfristen im B2BGesetzlich begrenzt, in der Regel auf 60 Tage ab Rechnungsdatum.
Bezahlen
Bezahlen und der Handelskalender
Die Bankkarte dominiert, vor allem das französische Netz Carte Bancaire. PayPal ist weit verbreitet, und Ratenzahlung in drei oder vier Raten ist im Onlinehandel üblich. Im B2B bleibt die Überweisung die Regel. Zeigen Sie Verbraucherpreise immer inklusive französischer Mehrwertsteuer. Für den E-Commerce in Frankreich gilt: Ab 10 000 € grenzüberschreitendem B2C-Umsatz pro Jahr in der EU fällt französische Mehrwertsteuer an, die Sie über das OSS-Verfahren melden können.
- Jan
- Feb
- Mär
- Apr
- Mai
- Jun
- Jul
- Aug
- Sep
- Okt
- Nov
- Dez
Spitzen: Winterschlussverkauf (Jan.), Sommerschlussverkauf (Ende Juni–Juli), la rentrée (Sept.), Black Friday und WeihnachtenAugust: Halb Frankreich ist im Urlaub
Suche
Google, ChatGPT und die Suche in Frankreich
Google wickelt in Frankreich rund 9 von 10 Suchanfragen ab; Bing und Qwant teilen sich den Rest. Doch französische Einkäufer fragen immer öfter ChatGPT, Perplexity, Gemini oder Claude, welchen Anbieter sie wählen sollen. Um in diesen Antworten vorzukommen, muss Ihr Unternehmen klar und einheitlich beschrieben sein, auf Französisch. Das nennen wir GEO.
Unsere Expertise
Mehr als eine Übersetzung: Ihr Partner in Frankreich
Wir sind ein französisches Team im Großraum Paris, und deutsche Unternehmen beim Markteintritt in Frankreich zu begleiten, ist unser Alltag: Marktanalysen, französische Websites, SEO, Google Ads und Sichtbarkeit in KI-Assistenten. Wir kennen den Markt von innen, bis in seine regionalen Eigenheiten.
Vor der Investition analysieren wir Ihren Markt: Wettbewerber, Preise, Zielgruppen, Normen und die Wörter, mit denen Franzosen suchen. Genau das haben wir für PrintPunk getan.

Eine zweisprachige Marktanalyse (Französisch–Deutsch) für den Export nach Frankreich: Trends, Wettbewerber, Zielkunden, Preise und geltende Normen, als Grundlage für die Entscheidung, wo und wie das Unternehmen startet.

Ein deutscher Hersteller von Mehrwegbechern und Event-Geschirr. Seit September 2025 betreuen wir sein französisches SEO: technisches Audit, Keyword-Recherche zu rund 1.500 französischen Begriffen und Überarbeitung der französischen Texte.
Ist Ihre Website bereit für Frankreich?
Machen Sie den kostenlosen Check in 2 Minuten: eine Punktzahl von 100, Ihre Stärken und Ihre drei Prioritäten für den französischen Markt.
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Ihre Fragen – Verkaufen in Frankreich
Muss ich meine Website ins Französische übersetzen, um in Frankreich zu verkaufen?
Brauche ich eine Firma in Frankreich, um dort online zu verkaufen?
Wie groß ist der E-Commerce in Frankreich?
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Wie wichtig ist Frankreich für den deutschen Export?
Welche Suchmaschine nutzen Franzosen?
Quellen: Insee (Bevölkerung am 1. Januar 2025), Fevad (E-Commerce 2024), StatCounter (Marktanteile Suchmaschinen), Destatis (Außenhandel 2024), bpb (Handelspartner 1975–2014), Insee (regionales BIP).




















