SEO in Frankreich: der Leitfaden
Das Wichtigste in Kürze
- Markt: rund 68 Millionen Einwohner, Google mit etwa 9 von 10 Suchanfragen, Kunden mit hohen Ansprüchen an Sprache und Ton.
- Grundlage: eine französische Keyword-Recherche von Muttersprachlern, keine übersetzten deutschen Keywords.
- Technik: klare Struktur (.fr oder /fr/), korrekte hreflang-Tags, französische Pflichtangaben.
- Inhalte: lokalisiert statt übersetzt, im richtigen Register, mit französischen Vertrauenssignalen.
- Zeitrahmen: erste Effekte nach einigen Monaten, solide Ergebnisse nach etwa zwölf Monaten.
„Wir haben unsere Website ins Französische übersetzen lassen, aber aus Frankreich kommt keine einzige Anfrage.“ Diesen Satz hören wir von deutschen Unternehmen immer wieder. Dabei ist Frankreich ein attraktiver Markt: rund 68 Millionen Einwohner, einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands, und Käufer, die einem Anbieter lange treu bleiben, wenn er sie einmal überzeugt hat.
Woran liegt es also? Fast immer daran, dass man eine deutsche Website übersetzt hat, statt eine französische Website zu bauen. In diesem Leitfaden zeigen wir Ihnen, wie wir bei Anton Anton SEO in Frankreich angehen, als französischer Berater, der mehrere Jahre in Deutschland gelebt hat und seit über 100 Projekten zwischen beiden Ländern arbeitet. Ohne Fachchinesisch, versprochen.
1. Übersetzung ist nicht gleich Suchmaschinenoptimierung
Unsere eigene Keyword-Recherche für den deutschen Markt zeigt etwas Interessantes: Suchanfragen rund um die Übersetzung Französisch-Deutsch („übersetzer frankreich deutsch“, „übersetzung frankreich“) kommen zusammen auf rund 2.500 Suchen pro Monat. „seo frankreich“ liegt dagegen bei etwa 110 Suchen, „seo agentur frankreich“ bei 90 und „suchmaschinenoptimierung frankreich“ bei 70.
Was bedeutet das? Viele Unternehmen denken beim Schritt nach Frankreich zuerst an eine Übersetzung. Verständlich, aber es reicht nicht. Eine gute Übersetzung sorgt dafür, dass Ihr Text korrekt ist. Suchmaschinenoptimierung sorgt dafür, dass er gefunden wird. Das sind zwei verschiedene Aufgaben.
Ein Beispiel aus der Praxis: Für Cup Concept, einen deutschen Hersteller von Mehrweggeschirr, haben wir eine französische Keyword-Recherche mit rund 1.500 Begriffen erstellt. Aus dem „Mehrwegbecher“ wird dort ein „gobelet réutilisable“, und französische Käufer suchen mit Begriffen, die in keinem übersetzten Katalog auftauchen. Zur Fallstudie Cup Concept.
2. Wie Franzosen suchen
Google dominiert auch in Frankreich mit etwa neun von zehn Suchanfragen. Aber das Suchverhalten unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich vom deutschen:
- Paris ist nicht ganz Frankreich. Die Wirtschaft ist stark auf die Hauptstadt konzentriert, aber Lyon, Toulouse, Nantes, Bordeaux oder Lille sind eigene Märkte mit eigenen lokalen Suchanfragen.
- Die Sprache ist anspruchsvoll. Franzosen reagieren sehr empfindlich auf holprige Formulierungen. Ein Text, der „übersetzt klingt“, kostet Vertrauen, auch wenn er fehlerfrei ist.
- Das Register zählt. Im B2B wird gesiezt (vous), und der Ton ist etwas förmlicher und eleganter als im Deutschen üblich.
- Frankophon heißt nicht nur Frankreich. Belgien, die Westschweiz und Luxemburg sprechen Französisch, suchen aber teilweise mit anderen Begriffen und Preisen. Hier helfen eigene Sprachversionen (fr-BE, fr-CH) nur, wenn sich Angebot oder Wortschatz wirklich unterscheiden.
3. Die französische Keyword-Recherche
Der wichtigste Schritt überhaupt. Übersetzen Sie niemals Ihre deutschen Keywords: Recherchieren Sie die französischen Suchanfragen von Grund auf. Ist ein „Angebot“ ein devis, eine offre oder ein tarif? Heißt „Reinraumbekleidung“ vêtements salle blanche oder tenue salle propre? Nur echte Suchvolumen beantworten diese Fragen.
Eine gute Recherche für Frankreich:
- wird von französischen Muttersprachlern durchgeführt;
- liefert monatliche Suchvolumen und Saisonalität für jede Anfrage;
- ordnet die Begriffe nach Suchintention: informieren, vergleichen, kaufen;
- wird direkt in eine Seitenstruktur und einen Redaktionsplan übersetzt.
Bei Protilab, einem niederländischen Dentallabor, arbeiten wir genau so für die deutsche und die niederländische Website: eigene Recherche je Markt, eigene Inhalte, eigene Erfolgskennzahlen.
4. Die Technik: Ihre französische Website richtig aufbauen
Die erste Grundsatzfrage: Wo liegt Ihre Website auf Französisch?
| Struktur | Beispiel | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Länderdomain | ihremarke.fr | Starkes lokales Signal, hohes Vertrauen | Autorität muss neu aufgebaut werden, mehr Aufwand |
| Unterverzeichnis | ihremarke.de/fr/ | Nutzt die Autorität der Hauptdomain, einfach zu pflegen | Etwas schwächeres lokales Signal |
| Subdomain | fr.ihremarke.de | Klare technische Trennung | Wird oft wie eine eigene Website behandelt |
In den meisten Fällen empfehlen wir das Unterverzeichnis. Dazu kommen einige Punkte, die in fast jedem Audit auffallen:
- hreflang-Tags für jede Seite, wechselseitig und mit korrekten Codes (fr, fr-FR, fr-BE, fr-CH), plus x-default.
- Französische URLs: /fr/prestations/ statt /fr/leistungen/.
- Keine automatische Weiterleitung nach IP-Adresse: Googlebot crawlt meist aus den USA und sieht sonst Ihre Sprachversionen nicht. Besser: eine gut sichtbare Sprachauswahl.
- Das richtige Werkzeug: Eine mehrsprachige Website mit WordPress funktioniert gut mit Plugins wie WPML oder Polylang; Baukästen wie Wix oder Jimdo bieten Mehrsprachigkeit, stoßen bei hreflang und übersetzten URLs aber schneller an Grenzen.
5. Inhalte, die Franzosen überzeugen
Eine französische Seite, die verkauft, ist lokalisiert, nicht nur übersetzt. Das betrifft weit mehr als den Text:
- Pflichtangaben: Die mentions légales (das französische Pendant zum Impressum), Allgemeine Geschäftsbedingungen (CGV) und ein Cookie-Banner nach den Vorgaben der Datenschutzbehörde CNIL.
- Die Sprache ist Pflicht: Das Gesetz „Loi Toubon“ verlangt, dass Werbung, Produktbeschreibungen und Verträge für französische Verbraucher auf Französisch vorliegen.
- Preise und Zahlung: Preise inklusive französischer Mehrwertsteuer, Zahlung per Carte Bancaire und gern auch in Raten (paiement en plusieurs fois).
- Kontakt: eine französische Telefonnummer oder zumindest ein französischsprachiger Ansprechpartner. Franzosen rufen gern an, bevor sie bestellen.
- Referenzen: französische Kunden, französische Beispiele, französische Normen und Zertifizierungen.
Und bitte: Eine Übersetzung mit DeepL oder Google Übersetzer ist eine gute Arbeitsgrundlage, aber keine fertige Seite. Jeder Text muss von einem Muttersprachler überarbeitet und mit den Keywords aus der Recherche optimiert werden.
6. Vertrauen und lokale Signale
Ein französischer Einkäufer kennt Ihre Marke nicht. Bevor er Sie kontaktiert, sucht er Beweise: Bewertungen auf Google, Trustpilot oder Avis Vérifiés, Erwähnungen in der französischen Fachpresse, Partner und Händler in Frankreich. Für das Linkbuilding gilt dasselbe: Links von französischen Branchenseiten, Verbänden und Messen bringen viel mehr als deutsche Links. Auch die Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer (AHK Frankreich) ist ein guter Ausgangspunkt für Kontakte.
7. Google Ads in Frankreich: SEO und SEA kombinieren
SEO braucht Zeit. Wer schneller Anfragen aus Frankreich will, startet parallel eine Kampagne in Frankreich mit Google Ads. Suchanfragen wie „werbeagentur frankreich“ (rund 70 Suchen pro Monat) oder „online marketing frankreich“ zeigen, dass viele deutsche Unternehmen genau diese Unterstützung suchen.
Unser Rat: Nutzen Sie SEA auch als Testlabor. Die Anzeigen zeigen Ihnen in wenigen Wochen, welche französischen Begriffe wirklich zu Anfragen führen. Diese Erkenntnisse fließen dann in die SEO-Strategie ein. Für ABI Profils, einen französischen Hersteller von Kunststoffprofilen, steuern wir SEO und Google Ads gemeinsam in vier Sprachen. Zur Fallstudie ABI Profils.
8. Und die KI-Assistenten?
ChatGPT, Perplexity, Gemini und Claude beantworten heute viele Fragen, die früher bei Google gestellt wurden, auch auf Französisch. Damit Ihr Unternehmen dort genannt wird, muss es eindeutig verständlich sein: gleicher Name und gleiches Angebot überall, strukturierte Daten, sachliche Inhalte und Erwähnungen auf französischen Quellen. Das nennt man GEO. Mehr über GEO erfahren.
Die 7 häufigsten Fehler beim Markteintritt in Frankreich
- Deutsche Keywords übersetzen, statt französische zu recherchieren.
- Maschinelle Übersetzung ohne muttersprachliche Überarbeitung veröffentlichen.
- hreflang vergessen oder unvollständig umsetzen.
- Besucher automatisch nach IP-Adresse weiterleiten.
- Deutsche Preise, Beispiele und Rechtstexte auf der französischen Seite lassen.
- Keine französischen Vertrauenssignale: keine Bewertungen, keine Referenzen, kein Ansprechpartner.
- Nach drei Monaten aufgeben. SEO in Frankreich ist ein Marathon, kein Sprint.
Kurz zusammengefasst
Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung in Frankreich beginnt nicht mit einer Übersetzung, sondern mit einer französischen Keyword-Recherche. Darauf folgen eine saubere Struktur mit hreflang, lokalisierte Inhalte im richtigen Ton, die französischen Pflichtangaben und echte Vertrauenssignale. Google Ads und GEO beschleunigen dann eine gesunde Basis.
Wo steht Ihre französische Website heute? Wir beginnen immer mit einem SEO-Audit Ihrer französischen Version: was blockiert, was funktioniert, und welche drei Maßnahmen die größte Wirkung haben. Mehr dazu auf unserer Seite SEO Frankreich und zur Website auf Französisch.
